Personen wandern aufgereiht durch einen Fluss im Regenwald

Republik Kongo: So viel mehr als nur Gorilla Trekking

Anja Sterker
Geschrieben von: Anja Sterker Zuletzt aktualisiert am: 3. Januar 2024

Republik Kongo: So viel mehr als nur Gorilla Trekking

Inhaltsverzeichnis

Eine Reise in die Republik Kongo stand schon lange auf meiner „Bucket List“. Nachdem ich bereits Ruanda und Uganda erleben durfte, die ebenfalls durch die Möglichkeit Gorillas in ihrem natürlichen Lebensraum zu sehen im Fokus vieler Reisenden stehen, wollte ich mir selbst ein Bild von den Unterschieden zwischen Berggorillas und Flachlandgorillas machen. In Ruanda und Uganda sind die immer noch sehr gefährdeten Berggorillas zuhause und in der Republik Kongo leben die Westlichen Flachlandgorillas. Ich habe mir also oft die Fragen gestellt: Ist das Erlebnis das gleiche? Wieso sollte ich meine Kunden lieber in die Republik Kongo schicken anstatt nach Ruanda? Lohnt es sich überhaupt, die etwas umständliche Reise in die Republik Kongo anzutreten oder reicht nicht auch Uganda? All diese Fragen und noch viele weitere spukten in meinem Kopf umher, so dass für mich klar war, ich möchte es unbedingt selbst erleben, um danach alle drei Länder im Verhältnis zueinander zu sehen und meinen Kunden das Erlebnis zu garantieren, was für Sie am besten passt.

Selbstverständlich ging es mir nicht nur um den Aspekt, einen Vergleich der Länder zu haben, sondern vielmehr darum, dieses noch unentdeckte Land mit all seinen einzigartigen Landschaften selbst zu erkunden. Ich liebe es, in der Natur unterwegs zu sein, Abenteuer zu erleben und die Republik Kongo bringt genau das mit. Als also klar war, dass ich wirklich die Möglichkeit habe, dieses Land selbst zu erleben, steigt meine Vorfreude ins Unermessliche. 

Blick aus dem Flugzeug auf den Regenwald der Republik Kongo

Und dann ging es auch schon los. In der Hauptstadt Brazzaville gelandet, wurde ich von herzlichen Menschen empfangen, die mich zu meinem ersten Hotel gebracht haben. Brazzaville ist eine für afrikanische Verhältnisse moderne Stadt, die ebenfalls sehr sicher ist. Nur einen Steinwurf von Kinshasa, der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo entfernt, wo es oft zu Kriminalität kommt, spürt man in Brazzaville überhaupt nichts. Wir sind abends zum Restaurant gelaufen und die Einheimischen sind alle sehr freundlich und hilfsbereit.

Am nächsten Morgen startete das Abenteuer dann so richtig. Wir sind zum Flughafen gefahren, um mit einer kleinen Maschine mitten hinein ins Kongobecken zu fliegen. In der Republik Kongo gibt es noch nicht viele Regionen, die touristisch erschlossen sind. Unser Ziel für die nächsten sieben Tage war der Odzala-Kokoua Nationalpark im Nordwesten des Landes, wo wir in den drei Kamba Rainforest Experience Camps übernachteten. In den rund zwei Stunden, in denen wir über den zweitgrößten Regenwald der Welt geflogen sind, wurde einem das Ausmaß dieses Waldes erst richtig klar.  

1. Stopp: Ngaga Camp

Nach der Landung wurden wir herzlich vom Kamba Team empfangen und nach einer kurzen Erfrischung ging die rund zweistündige Fahrt zum Ngaga Camp auch schon los.

Auf Holzplattformen erbaut, liegt das Camp inmitten des dichten, fast unzugänglichen Waldes. Hier haben Sie die Möglichkeit, Flachlandgorillas in einem Lebensraum zu beobachten, der von Menschen kaum berührt wird.  Rund um die Lodge leben zahlreiche Gorilla-Familien sowie ein Forschungsteam, das das Verhalten der Westlichen Flachlandgorillas seit Jahrzehnten unter der Leitung der Primatologin Magdalena Bermejo untersucht. In Ngaga sind Sie Teil dieses Forschungsteams und können an Ihrem Wissen teilhaben und gleichzeitig dieses intakte Ökosystem erleben.

Am nächsten Morgen hatten wir dann die Chance, unser erstes Gorilla Trekking zu unternehmen. Ich war so gespannt, nachdem ich bereits zwei Gorilla Trekkings in Ruanda und Uganda gemacht habe, was mich hier erwarten wird. Wir sind direkt von der Lodge aus gestartet, gemeinsam mit unserem Tracker sind wir losgezogen und haben die Gorillafamilie Neptune gesucht. Wir mussten uns durch dichten Wald kämpfen und es war so spannend zu beobachten, wie unser Tracker die Spuren der Gorillas liest, um herauszufinden, wo sie sich aufhalten. Nach rund zwei Stunden war es dann soweit und wir haben den ersten Gorilla zu Gesicht bekommen. Die Flachlandgorillas sind etwas aktiver als die Berggorillas, so dass wir nicht nur an einer Stelle geblieben sind, sondern uns weiter durch den Wald geschlagen haben. Immer wieder konnten wir den ein oder anderen Gorilla erblicken – immer wieder war die Freude groß. Ich habe das Gorilla Trekking sehr genossen, es war sehr authentisch und man ist aktiv daran beteiligt, die Gorillas zu finden. Ein großartiges Erlebnis! 

Ein Flachlandgorilla steht angelehnt an einen Baum

2. Stopp: Lango Camp

Als nächstes ging es für uns zum Lango Camp – wohl einer der spektakulärsten Orte überhaupt. Abgelegen inmitten des kongolesischen Regenwaldes und direkt mit Blick über ein Bai, wo Elefanten, Büffel und andere Wildtiere baden, fressen und sich austauschen. Der Zugang zu einem so besonderen und unberührten Naturparadies ist einzigartig. Das Ziel unserer Guides war es, uns dieser Natur und Landschaft nahe zu bringen und dafür unternehmen wir tägliche „wet walks“. Wir spazierten durch zahlreiche Elefanten-Boulevards und machten uns nass und schlammig.

Eines der Highlights war unsere Ankunft im Camp. Nachdem wir ein kurzes Stück mit dem Auto zurückgelegt hatten, stiegen wir um auf einen Kajak, bis das Wasser zu flach wurde. Anschließend legten wir die letzten Meter zu Fuß zurück. Vor der Lodge erwartete uns ein zauberhafter Welcome-Drink und herzliches Personal. Eine wirklich einzigartige Lodge, wo man die Verbundenheit zur Natur deutlich zu spüren bekommt.

Personen laufen durch einen hüfthohen Fluss und beobachten die Natur

3. Stopp: Mboko Camp

Unser letzter Stopp war im Mboko Camp. Zwischen Savanne, Wald und einem Fluss gelegen, erlebt man hier die Vielfalt der unterschiedlichen kongolesischen Ökosysteme. Wir unternehmen spannende Aktivitäten zu Fuß oder fahren mit dem Boot den Lekoli River hinauf, einem der Hauptzuflüsse des Congo Rivers. Hier hatten wir unglaubliche Sichtungen von Waldelefanten und Vögeln. Eine so vielfältige Vogelwelt wie hier habe ich selten gesehen. Unter einem traumhaften Sternenhimmel genossen wir unser letztes Abendessen, bevor wir am nächsten Tag zurück nach Brazzaville aufbrechen mussten.

Odzala bietet Ihnen magische Erlebnisse. Sie werden unvergessliche Begegnungen mit Wildtieren haben und eine tiefe Verbundenheit mit der Natur erfahren. Ich werde immer wieder nach Odzala zurückkehren, denn wo findet man heutzutage noch Orte, an denen man das Gefühl hat, der einzige Mensch auf Erden zu sein.

Ein Waldelefant steht in flachen Fluss und trinkt