Nahaufnahme eines Flachlandgorillas
Anja Sterker
Geschrieben von: Anja Sterker Zuletzt aktualisiert am: 1. März 2024

Flachlandgorilla

Inhaltsverzeichnis

Flachlandgorillas, majestätische Bewohner der dichten Regenwälder Zentralafrikas, faszinieren und begeistern Naturforscher, Reisende und Naturliebhaber auf der ganzen Welt. Als die größten Primaten der Erde und unsere engsten Verwandten im Tierreich, bieten sie nicht nur Einblicke in die Evolution und das Verhalten von Primaten, sondern auch in die Wichtigkeit des Naturschutzes und der Erhaltung der Artenvielfalt.

Flachlandgorilla schaut hinter einem Baum heraus

Die Heimat der Flachlandgorillas

Flachlandgorillas (Gorilla gorilla) sind in den dichten Regenwäldern des Kongobeckens beheimatet, die sich über die Länder Kamerun, Gabun, Republik Kongo, Äquatorialguinea und die Zentralafrikanische Republik erstrecken. Diese Regionen bieten den Gorillas reichlich Nahrung und Schutz vor Raubtieren, was sie zu einem idealen Lebensraum für diese bedrohte Spezies macht. Davon leben die meisten Tiere in der Republik Kongo und in Gabun. Manche Areale gehören zu Schutzgebieten, da diese Gorillas vom Aussterben bedroht sind. In der Demokratischen Republik Kongo sind die Bestände bereits ausgestorben.

Eigenschaften der Flachlandgorillas

  • Äußere Merkmale: Im Gegensatz zum Östlichen Flachlandgorilla sind die Westlichen Flachlandgorillas von ihrer Gesamtgröße kleiner, haben jedoch längere Beine. Dennoch werden die Männchen bis zu 1,80 Meter groß; die Weibchen erreichen bis zu 1,52 Meter. Mit 145 bis 191 Kilogramm sind die männlichen Exemplare deutlich schwerer als ihre weiblichen Pendants: Diese erreichen 57 bis 73 Kilogramm. Der große Kopf hat eine ovale Form und auch das Gesicht ist kürzer als das ihrer östlichen Verwandten. Mit ihrem kräftigen Körperbau, der breiten Brust und den langen Gliedmaßen geben sie ein imposantes Bild ab. Das Fell zeichnet sich durch seine braune Färbung mit einem rötlichen Stich auf dem Kopf aus. Die Männchen haben zudem eine Graufärbung auf dem Rücken; bei den älteren Artgenossen reicht der Grauanteil außerdem zur Hüfte und den Oberschenkeln.
  • Lebensweise: Die in Gruppen lebenden Gorillas setzen sich meist aus einem Männchen, mehreren Weibchen und dem Nachwuchs zusammen. Bei den Westlichen Flachlandgorillas sind die Gruppen kleiner als bei anderen Gorillas - im Schnitt bilden hier zehn Artgenossen eine Gemeinschaft. Da sich die Streifgebiete der verschiedenen Gruppen überschneiden, kann es vorkommen, dass sich deren Wege kreuzen und mehrere Gorillas in einem Bereich zu sehen sind. So bewegen sie sich in einer Reichweite von 500 bis 3.200 Hektar - dem größten Streifgebiet aller Primaten. Davon wandern sie am Tag jedoch nur rund zwei Kilometer ab. Bei Begegnungen stellt sich bei den Silberrücken ein Imponierverhalten ein, das sich im charakteristischen Brusttrommeln bemerkbar macht. Lediglich bei der Nahrungssuche kann es vorkommen, dass sich die Westlichen Flachlandgorillas aufteilen. Fündig werden sie dabei vorwiegend in Bäumen; aber auch auf dem Boden finden sich Früchte, Blätter, Kräuter und Baumrinden. Ab und zu stehen auch Insekten und Weberameisen auf ihrem Speiseplan. Die Männchen nutzen die Nahrungssuche gleichzeitig zum Knüpfen neuer weiblicher Kontakte und halten sich aus diesem Grund auch mal länger in den nahrungsreichen, sumpfigen Waldlichtungen auf. Die Nahrungssuche sowie Nahrungsaufnahme gehören zur Hauptbeschäftigung, die von mehreren Ruhephasen unterbrochen wird. Die tagaktiven Gorillas finden ihre Nachtruhe schließlich in einmalig verwendeten Blätternestern, welche sich die Weibchen für sich und die Jungtiere in Bäumen und die schwereren Männchen bevorzugt am Boden herrichten.

Bedrohungen und Schutzmaßnahmen

Obwohl Flachlandgorillas natürliche Feinde wie Leoparden und Pythons haben, sind sie vor allem durch den Verlust ihres Lebensraums und Wilderei bedroht. Die zunehmende Entwaldung, der Bergbau und die Ausbreitung menschlicher Siedlungen gefährden ihren Lebensraum, während die illegale Jagd auf ihr Fleisch und die Nachfrage nach ihren Körperteilen den Bestand weiter dezimieren.

Um den Schutz der Flachlandgorillas zu gewährleisten, sind verschiedene Naturschutzorganisationen und Regierungen aktiv. Die Einrichtung von Schutzgebieten wie Nationalparks und Reservaten, die Durchführung von Aufklärungskampagnen über die Bedeutung des Naturschutzes und die Förderung nachhaltiger Tourismusprojekte sind entscheidende Schritte, um den langfristigen Schutz dieser bedrohten Spezies zu gewährleisten.

Ein unvergessliches Reiseerlebnis

Ein Besuch bei den Flachlandgorillas in der Republik Kongo verspricht ein unvergessliches Reiseerlebnis voller Abenteuer und Entdeckungen. Von geführten Trekkingtouren durch den dichten Regenwald bis hin zu Begegnungen mit den Gorillas in freier Wildbahn bietet der Kongo eine Vielzahl von Möglichkeiten, diese faszinierenden Tiere zu erleben. Die Begegnung mit den Gorillas in ihrem natürlichen Lebensraum ist eine tief berührende Erfahrung, die das Bewusstsein für den Schutz der Natur und die Bedeutung des Erhalts der Artenvielfalt stärkt.

Die Flachlandgorillas des Kongo sind nicht nur beeindruckende Tiere, sondern auch Botschafter für den Schutz der Regenwälder und die Erhaltung der Artenvielfalt. Eine Reise in die Republik Kongo bietet die einzigartige Möglichkeit, diese faszinierenden Geschöpfe hautnah zu erleben und gleichzeitig einen Beitrag zum Naturschutz zu leisten. Für Reisende, die sich nach einem unvergesslichen Abenteuer sehnen und gleichzeitig die Schönheit und Vielfalt der Natur erleben möchten, ist der Kongo mit seinen Flachlandgorillas das ideale Reiseziel.